
| 23/10/2009
Alles Nano? Die aktuelle Diskussion zum Gefährdungspotential nanotechnischer
Produkte und Anwendungen, angestoßen durch eine Pressemitteilung
des Bundesumweltamtes, ist im Grundsatz zu begrüßen. So
hilft jede Studie und jede Untersuchung, Wirkweisen und Risiken im
Bezug auf die Herstellung und Anwendung von Nanopartikeln besser zu
verstehen und mögliche Risiken zu erkennen und zu vermeiden.
Auch eine Kennzeichnungspflicht nanotech- Wenig hilfreich ist indes, alle derzeit bereits im Markt verfügbaren Nanoprodukte pauschal unter dem Oberbegriff "NANO" zusammenzufassen und, wie unlängst durch die Veröffentlichung des Bundesumweltamtes geschehen, von einer Verwendung pauschal abzuraten, bevor nicht "alle Risiken" dieser Technologie geklärt seien. So hat die Initiative NanoCare in Zusammenarbeit mit dem Bundesministeriums für Bildung und Forschung eine umfassende Studie zu den Risiken der Nanotechnologie erstellt und kommt hier sehr klar zu der Erkenntnis, dass von Nano-Titandioxid in den Konzentrationen der im Markt verfügbare Produkte KEINE Gefahr ausgeht. Es kommt auch bei Titandioxid, wie bei allen Stoffen und Elementen auf dieser Welt, nur auf die aufgenommene Menge an. So betrachtet könnte man sogar Trinkwasser als "gefährlich" einstufen, wenn man viel zuviel davon aufnimmt! Die Basistechnologie zur Herstellung nanokleiner Titandioxid-Partikel im Sol-Gel-Verfahren stammt aus Japan. Hier wurden die ersten Patente bereits im Jahre 1999 angemeldet. Bei diesem Verfahren sind die Titandioxid-Partikel in sehr niedrigen Konzentrationen in einer wässrigen Emulsion eingebunden. Titandioxid-Anwendungen zur Herstellung selbstreinigender Produkte, zur Luftreinigung oder zur wirksamen Prävention gegen Schimmel, Viren und Bakterien aller Art gibt es in Asien bereits seit fast einem Jahrzehnt und kaum ein Bereich der Nanotechnologie ist dort so umfassend untersucht und dokumentiert wie die Photokatalyse mit Nano-Titandioxid. Das schließt auch die Untersuchung von potentiellen Risiken und Gefahren ein, wobei bis heute keinerlei Erkrankungen durch den Einsatz von Nano-Titandioxid bekannt sind. Bei aller gebotenen Vorsicht beim Umgang mit neuen Produkten sollte
doch immer eine gesunde Differenzierung im Vordergrund stehen, denn
viele Nanoprodukte sind bereits heute nicht nur sicher, sondern auch
äußerst nützlich indem sie unsere Umwelt signifikant
entlasten und Gesundheitsgefahren aktiv vorbeugen
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